IPSE-PROJEKT
Thore Volquardsen

Krisenmanagement & Profiling


Wer heute im öffentlichen Leben steht, Künstler oder in einer verantwortungsvollen oder sensiblen Position tätig ist, kann manchmal in Situationen geraten, die einen über Nacht in die Krise stürzen lassen können. In solchen Momenten fühlt man sich wie im freien Fall - und nicht selten wird man gesellschaftlich angeklagt und zum Täter gemacht, an den Pranger gestellt, obwohl man sich gerade als Opfer fühlt. Viele Trittbrettfahrer werden auf solche Situationen aufspringen und den vermeintlichen Retter präsentieren. Das können unter anderem auch die Medien im Allgemeinen, Journalisten und Influencer sein. Dann nimmt "die Story" erst so richtig Fahrt auf.

Auslöser können kleine oder grobe Fehler oder Unachtsamkeiten in Handlungen oder in Kommentaren, in Interviews oder aber in der Vita bzw. der Biographie sein, die eine Kette an "Shit-Storm" auslösen.

Diskreditierung, Diffamierung und Vorverurteilung, die überschnelle Forderung nach Gerechtigkeit - also nach Richten - spielt unmittelbar nach solchen Situationen eine große Rolle. Der gesellschaftliche Raum ist aufgewühlt und heizt sich gegenseitig auf und ist kaum zu bremsen. Es ist meist eine Entladung. Aber auch eine vermeintlich sachliche Auseinandersetzung kann in der Öffentlichkeit Verbreitung finden. Auch eine solche Form ist eine Form der Entladung und Verurteilung (für eine Beurteilung braucht es meist mehr an Informationen).

Nicht selten sind solche Situationen gebaut - sprich vorher von Interessenvertretern geplant und konstruiert worden und verfolgen ein klares Ziel, nämlich das der öffentlichen Unglaubwürdigkeit oder das Bild der Unseriösität oder moralischen Verfehlung - immer in Bezug auf das Leben in der Öffentlichkeit.

Über Nacht bricht auf diese oder andere Art und Weise die Welt über einen zusammen.

Was tun? - Dazu später mehr...

Was nicht tun? - Auf keinen Fall vorschnell handeln... Das führt in der Regel zu einem weitaus größeren Flächenbrand, der noch schwerer zu löschen ist. Schnelle Handlungen, Statements und andere Interaktionen kommen meist aus Ego-Regionen unseres Seins und suchen den Kampf, die Kapitulation oder die Ignoranz - eine Strategieform der Überheblichkeit und Arroganz. Das alles geschiet bewusst oder unbewusst oder irgendetwas dazwischen. Diese Schnellschüsse sind weder weise noch wirksam den Brand besonnen und mit Übersicht und Nachhaltigkeit zu löschen.

Reagieren Sie nicht - agieren Sie... Bei einer Reaktion sind Sie nämlich immer zu spät. Achten Sie darauf, dass Aktion auf Aktion trifft - und nicht Reaktion auf Aktion. In den meisten Situationen wird die Außenwelt bei einer Reaktion davon sprechen, dass Sie "sich-rechtfertigen". Das sollte nach Möglichkeit vermieden werden.



Erst einmal müssen wir die Begrifflichkeiten klären, mit denen wir uns auseinanderzusetzen haben:


Opfer, Täter und Retter sind alte Begrifflichkeiten, die jedoch gesellschaftlich tief verankert und mit unseren Emotionen verbunden sind. Im Grunde genommen sind diese Begrifflichkeiten reine Illusion. Sie basieren auf einer Idee von Gerechtigkeit - richtig und falsch - und dem Wunsch auf der richtigen Seite stehen zu wollen. Nicht selten finden wir in diesen Begrifflichkeiten moralische Aspekte. Diese Begrifflichkeiten sind sehr instabil und leicht manipulativ einsetzbar. 

Ein Retter kann also ein solches System bestärken, da er in der Regel das Opfer braucht um Retter sein zu können. Wir brauchen allerdings einen Täter um ein Opfer zu haben. Wir sehen an solchen Konstrukten sehr schnell wer welche Interessen hat. Die Begriffe sind nicht starr und somit verschiebbar. Ein Retter kann somit zum indirekten oder direkten Täter werden, wenn wir in dieser Konstruktion weiter denken. Aus diesem Grunde taugt ein solches Dreiecks-Modell lediglich der Betrachtung und zur Analyse, um die eventuellen Absichten zu klären, so dass verschiedene Hypothesen abgeleitet werden können. Und da dieses Begriffe gesellschaftlich sehr stark moralisierend besetzt sind, eignen sie sich für manipulierende Szenerien hervorragend.

Verabschieden wir uns also in unserer Antwort von diesen Begrifflichkeiten...


Krisenmanagement, bestehend aus Krisenprophelaxe, Krisenintervention und Krisennachsorge gehört in die Kategorie "Krisen sind planbar". Eine Krise ist ein plötzliches Ereignis mit dem Empfinden von Kontrollverlust und freiem Fall. Es ist mehr als nur scheitern. Krisen können zudem suizidale Gedanken oder gar suizidale Handlungen auslösen, weil die Kränkung, die Scham oder die Schuld sich in einem ausbreiten und schwer zu regulieren sind. Der öffentliche Druck wird zunehmend größer und gewinnt an Geschwindigkeit. Die Krise kann mit Ohnmachtserleben einhergehen oder aber mit Wut, Rache und Vernichtungsideen.

Definition von Krise:

Plötzliches Ereignis oder Erlebnis, das von dem Betroffenen nicht unmittelbar verarbeitet werden kann.


In der Phase der Prophelaxe können evtl. kommende Krisen vorher erkannt und mit bestimmten Maßnahmen reduziert oder gänzlich vermieden werden.

In der Krisenintervention sind die Ereignisse bereits geschehen. Jetzt bedarf es einer "cool-down-Situation", einer neutralen Bestandsaufnahme mit Akzeptanz des Geschehens - denn was passiert ist ist passiert (oder auch nicht - dazu jedoch im Einzelfall). Es geht um ein erstes Statement - mehr nicht. Wenn notwendig wird ein Krisenteam gebildet - möglichst multidisziplinär, also aus den verschiedenen Professionen.

Die Krisennachsorge ist eine der wichtigsten Phasen. Sie analysiert die Situation, klärt, verhandelt, bereinigt und sorgt nach Möglichkeit für einen Zustand, den wir "Ruhe und Gelassenheit" nennen.


Wahrheit, Wirklichkeit und Realität

Nichts ist so dünn wie DIE Wahrheit, denn die gibt es tatsächlich so nicht. Fast jede Betrachtung wird durch unsere ganz individuellen und persönlichen Filtersysteme betrachtet. Wahrheit ist also etwas sehr individuelles, sehr persönliches. Wahrheit hat etwas mit Wahrnehmung zu tun. Wir können also grundsätzlich erst einmal festhalten, dass es mehrere Wahrheiten gibt. Objektivität ist also ein schwieriger Begriff und Zustand - aber natürlich möglich und auch messbar. Wir könnten auch Begrifflichkeiten wie "Klarheit" oder "Trübheit" verwenden, um Begriffe wie Objektivität und Subjektivität zu veranschaulichen.

Die Wirklichkeit bezieht sich auf Wirkung. Somit ist die Wirksamkeit etwas was in uns wirksam ist. Grundannahmen etwa sind in uns wirksam und werden dann zu unserer Wirklichkeit. "Das leben ist hart" - dann ist das Leben hart, weil die Grundannahme wirksam - also manifestiert - wird. Wir erschaffen somit unsere eigene Welt. Nicht das was wir uns wünschen ist wirksam sondern vielmehr das was wir derzeit sind und manifestieren. Die meisten Dinge hierzu sind uns unbewusst. Nur wenig davon ist uns bewusst.

Mit der Realität verhält es sich ähnlich. Es gibt nicht DIE Realität. Unter Stress nehmen wir beispielsweise Zeitabläufe sehr unterschiedlich wahr. Katastrophen werden in der Regel verlangsamt wahrgenommen, so dass Menschen in katastrophalen Situationen, die vielleicht nur Sekunden angedauert haben, von scheinbar endlosen Qualen im Erleben berichten. Auch Räume können sich verengen oder ausdehnen. Unser Organismus - Stress oder Gelassenheit, Freude, Groll und andere Zustände in uns - verändert somit Realität zu etwas sehr individuellem. Natürlich können wir in bestimmten Masseinheiten Realität bemessen um allgemeine Orientierungswerte zu haben. Das ist wichtig für eine allgemeingültige Verständigung und Vereinbarung. Wir können jedoch nur schwer ableiten, ob jemand lügt, also die Unwahrheit schildert oder ob es sich um eine subjektive Realität handelt, die innerhalb des Organismusses als schlüssig und stimmig (kongruent und synchron) erlebt wird. Eine Abgrenzung von Realität ist die Illusion. Illusion wäre die Abwesenheit von Realität - und Realität die Abwesenheit von Illusion. Solche Zustände sind sehr theoretisch und dienen vielmehr einer Orientierung.

Framing

Konfabulation

Zum Umgang mit solchen Situationen (Möglichkeiten schaffen)

Die meisten Situationen können in ihrem Ergebnis und in ihren Auswirkungen gedreht und somit verändert werden. Es ist eine Illusion, dass es nur eine Wahrheit zu den Dingen gibt. Jede Information aus den Nachrichten - sei es über Zeitung, TV oder den Social-Medien, ist nur die eine Perspektive und die eine Betrachtungsweise auf die Dinge. Die anderen Möglichkeiten der Betrachtung werden hier nicht genannt und nicht gezeigt - und liegen somit außerhalb der Wahrnehmung - bis diese noch nicht genannten Perspektiven mit all ihren Möglichkeiten offenbart und in das Bewusstsein gelangen und somit zu einer weiteren Wahrheit werden können.

Hier beginnt die eigentliche Tätigkeit: Der Perspektivwechsel...

Perspektivwechsel erschaffen breitere Felder von Wahrnehmung, Betrachtung und deren Möglichkeiten.

Die Aufgabe besteht darin einen solchen Perspektivwechsel zu ermöglichen, um ein breiteres Feld von Wahrnehmungen und deren Möglichkeiten zu erschaffen, die eine Situation in ihrer Betrachtung teilweise oder sogar komplett verändert. Die bisherige Wahrheit wird dadurch um eine weitere Wahrheit bereichert, so dass sich dadurch auch eine Bewertung, eine Meinung oder ein Urteil verändern kann.



Gerne können Sie mit mir Kontakt aufnehmen:

profiling@ipse-projekt.de

HINWEIS:

Hierbei geht es nicht um eine juristische Beratung.




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