IPSE-PROJEKT
Thore Volquardsen


Kinder, die Systeme sprengen...


Arbeit mit hochdynamischen Verhaltens- und Krisenkonstellationen im Kindes- und Jugendbereich

In der langjährigen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in hochbelasteten psychosozialen Kontexten begegnen Konstellationen, die im institutionellen Sprachgebrauch häufig als „Systemsprenger“ bezeichnet werden. Dieser Begriff ist fachlich jedoch ambivalent, da er häufig mit Zuschreibungen wie Destruktivität, Verweigerung oder bewusster Provokation verbunden ist.

Aus entwicklungs- und krisendynamischer Perspektive zeigen sich diese Verhaltensweisen jedoch als Ausdruck komplexer innerer und äußerer Belastungslagen. In vielen Fällen entsteht eine hohe Wechselwirkung zwischen individuellen Überforderungssituationen und strukturellen Rahmenbedingungen innerhalb von Familie, Schule und Jugendhilfe. Die beobachtbaren Dynamiken können dabei erhebliche Spannungen im System erzeugen und führen nicht selten zu gegenseitigen Ohnmachtserfahrungen – sowohl auf Seiten der Fachkräfte als auch der Kinder und Jugendlichen selbst.

Gleichzeitig lässt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen diesen Verhaltensmustern und gesellschaftlichen sowie institutionellen Einflussfaktoren erkennen. Dazu zählen unter anderem hohe Anpassungsanforderungen, eng strukturierte Lebens- und Bildungsräume, Leistungs- und Konkurrenzdruck, instabile Beziehungs- und Familienstrukturen sowie das teilweise Fehlen von Schutzräumen, Entwicklungsnischen und individualisierten Förderangeboten. Auch Unterforderung oder fehlende Passung zwischen individuellen Fähigkeiten und institutionellen Angeboten kann entsprechende Dynamiken verstärken.

Vor diesem Hintergrund werden diese Verhaltensweisen weniger als isolierte Störungen verstanden, sondern als Ausdruck komplexer Wechselwirkungen innerhalb sozialer Systeme, die auf Belastung, Überforderung und fehlende Passung hinweisen können.

Anliegen im Zusammenhang mit diesen Konstellationen können im Rahmen von Coaching, Beratung und Supervision begleitet werden. Dabei steht die Unterstützung von Fachkräften, Teams und Institutionen im Umgang mit herausfordernden Fallverläufen im Mittelpunkt.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dieses Themenfeld im Rahmen von Seminaren, Fortbildungen sowie Inhouse-Formaten zu vertiefen. Beiträge auf Fachtagungen sind ebenfalls möglich. Eine weiterführende Qualifizierung im Bereich „sozialraumorientierter Traumaarbeit“ befindet sich in konzeptioneller Entwicklung und soll perspektivisch entsprechende Module integrieren.


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